Text: Christoph Lumetzberger
Der Juni 2025 ist zweifelsohne in die Hagenberger Fußballgeschichte eingegangen. Am 7. des Monats schafften wir den erstmaligen Aufstieg aus der 2. Klasse rauf in die 1. Klasse Nordost und die Reserve sicherte sich den Meistertitel. Auch die Damenmannschaft konnte am selben Tag den Titel einfahren, gewann die Landesliga der Frauen. Acht Tage später, am 15. Juni, gelang uns dann der größte Wurf, konnten wir uns in einem Herzschlagfinale sogar noch den Meistertitel in der 2. Klasse Nordmitte holen.
Nach einem aufregenden Herbst 2024 mit vielen Siegen, aber einem vermeintlich übermächtigen Gegner aus Bad Leonfelden, begaben wir uns mit sieben Punkten Rückstand als Tabellenzweiter der 2. Klasse Nordmitte in eine gut zweimonatige Winterpause. Diese endete für unser Team am 13. Jänner 2025 mit dem Start der äußerst intensiven, zehnwöchigen Vorbereitung auf die Rückrunde. Wer regelmäßig die Vorbereitungsspiele besuchte und am Trainingsplatz zugegen war, konnte schon erahnen, dass mit diesem Kader, diesem Teamspirit und dem kompletten Staff im Hintergrund die Chancen auf den erstmaligen Aufstieg so groß wie wohl noch nie waren. Acht Pre-Season-Siege und ein Remis, dabei ein beeindruckendes Torverhältnis von 36:8 sprachen eine deutliche Sprache.
Beim Trainingslager in Ungarn holten wir uns den letzten Feinschliff für eine Frühjahrssaison, die eine außergewöhnliche werden sollte. Gleich zu Beginn der Rückrunde wurde Reichenau zu Hause mit 3:0 bezwungen, eine Woche später ließen wir – trotz Dauerregens – in Katsdorf nichts anbrennen und holten mit 6:0 überlegen die drei Punkte. Wie auch eine weitere Woche später beim Derby gegen Unterweitersdorf, wieder in der heimischen Arena. 3:0 endete auch dieses Spiel und nach drei Runden hielten wir bei neun Punkten und 12:0 Toren. Aber auch die Konkurrenz aus Bad Leonfelden blieb makellos und holte alle neun Zähler.

Der Gigant beginnt zu bröckeln
Dies änderte sich am vierten Rückrunden-Spieltag, als unsere Jungs beim 4:2 gegen St. Magdalena 1B zwar erstmals Gegentreffer hinnehmen mussten, den Rückstand auf den Tabellenführer aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung jedoch auf fünf Zähler reduzieren konnten. Bad Leonfeldens 1:1 in Unterweitersdorf ließ uns etwas näher an den Platz an der Sonne heranrücken.
Historisch wurde es dann am 19. April, als wir den SV Sandl mit 10:0 nach allen Regeln der Kunst auseinander nahmen und erstmals in der Hagenberger Fußballgeschichte einen zweistelligen Sieg der Kampfmannschaft feiern durften. Der 8:0-Sieg der Reserve komplettierte einen völlig verrückten Fußballnachmittag im Veichterwald. In ähnlich imposanter Tonart ging es die nächsten Wochen weiter. 3:1 in Neumarkt, 5:0 daheim gegen Windhaag, 4:0 in Unterweißenbach und ein überragendes 8:2 gegen Gutau als Revanche auf die vermutlich schwächste Saisonleistung im Herbst zuvor brachten zwar immens viele Punkte für die Tabelle – doch Bad Leonfelden ließ sich nicht verunsichern. Der Tabellenführer gewann ebenfalls alle Spiele, wenngleich mit weniger Glanz und Gloria, hielt uns weiterhin fünf Punkte auf Distanz.

Alberndorf ändert alles
Doch dann kam der 25. Mai – vermutlich der „Turning Point” in der Meisterschaft. Wir gastierten in Alberndorf, Bad Leonfelden musste nach Gutau reisen. Beide Matches fanden zeitgleich statt und während wir, nach großem Kampf und Siegeswillen, einen zwischenzeitlichen Rückstand noch in einen Last-Minute-Sieg umwandeln konnten, musste Bad Leonfelden die erste Saisonniederlage einstecken. In der Tabelle betrug der Abstand jetzt nur noch zwei Zähler – und das direkte Duell hatten wir noch vor der Brust.
Unsere Jungs hatten jetzt Blut geleckt und gingen voller Elan und einem Maximum an Motivation in die letzten Wochen. Ende Mai wurde Kefermarkt daheim ungefährdet mit 3:0 bezwungen und bei noch zwei ausstehenden Spielen, aber einer bereits jetzt beispiellosen Siegesserie, bot sich schon im vorletzten Saisonspiel die Gelegenheit, mit einem Sieg in Reichenthal den Aufstieg unter Dach und Fach zu bringen – auch auf Platz zwei liegend. Genau dies gelang unseren Jungs, die den Auswärtstrip zu einem unvergesslichen Ereignis werden ließen. Zunächst sicherte sich die Reserve mit einem 4:1-Erfolg den Meistertitel und zwei Stunden später vollbrachte die Rößl-Elf mit einem 3:2-Sieg das Kunststück, mit exakt 100 geschossenen Saisontoren den erstmaligen Aufstieg in die 1. Klasse zu fixieren. Der Jubel kannte keine Grenzen mehr, am Sportplatz in Reichenthal wurde überschwänglich gefeiert und in dieser Tonart ging es dann auch in Hagenberg weiter, wo bis in die Morgenstunden die Nacht zum Tag gemacht wurde. Den Tag perfekt machte der Meistertitel der Damenmannschaft, die auswärts bei der ASKÖ LSC Linz die Tabellenführung über die Ziellinie brachte.

Meisterlicher Showdown
Dass dem Ganzen eine Woche später sogar noch die Krone in Form des Meistertitels der Kampfmannschaft aufgesetzt wurde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Freilich war die Trainingswoche etwas lockerer als sonst, das große Ziel war geschafft und die Stimmung sehr aufgelockert. Mit dieser Mentalität, dem sicheren Aufstieg in der Tasche und frei von jeglichem Druck gelang am 15. Juni schließlich der ganz große Wurf. Begleitet von rund 400 Hagenberger Schlachtenbummlern, demontierten unsere Jungs den Langzeit-Tabellenführer in derem eigenen Stadion beim Meisterschafts-Finale mit 4:1 und schoben sich am allerletzten Spieltag noch an Bad Leonfelden vorbei auf Tabellenrang eins. Somit geht 2025 nicht nur als das Jahr des ersten Aufstiegs, sondern auch des ersten Meistertitels der Hagenberger Kampfmannschaft in die Historie ein. Mit unglaublichen 13 Siegen in 13 Frühjahrspartien.
Der restliche Juni ist dann schnell erzählt. Nach der Meisterkrönung wurde das Vereinsheim erneut zur Partyzone, wie auch eine Woche später bei der offiziellen und traditionellen Saisonabschlussfeier. Außerdem ließ es sich die Mannschaft nicht nehmen, die Doppel-Meisterschaft auf Mallorca, auf dem Ballermann zu begießen.
